Anlagenverzeichnis in Österreich richtig führen
Pflichtinhalte und Praxis-Tipps zum Anlagenverzeichnis in Österreich für EAR und Bilanzierer.
Das Anlagenverzeichnis dokumentiert alle abnutzbaren Anlagegüter eines Unternehmens und ist Grundlage für die laufende Abschreibung. In Österreich ist es sowohl bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (§ 7 Abs. 3 EStG) als auch bei der doppelten Buchhaltung Pflicht.
Pflichtangaben
| Spalte | Inhalt |
|---|---|
| Bezeichnung des Wirtschaftsguts | Maschine, PC, Möbel etc. |
| Anschaffungsdatum | Tag der Inbetriebnahme |
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | netto bei Vorsteuerabzug |
| Nutzungsdauer | gemäß AfA-Tabelle oder § 8 EStG |
| jährliche AfA | gleichmäßig oder degressiv |
| Buchwert zum Bilanzstichtag | Saldo am 31.12. |
| Abgangsdatum | bei Verkauf, Verschrottung, Privatentnahme |
Eine ausführliche Erläuterung mit Beispielen findet sich auf bmf.gv.at und wko.at .
Aufnahme neuer Anlagegüter
Jede Neuanschaffung ab 1.000 € (geringwertige Wirtschaftsgüter siehe GWG ) wandert ins Anlagenverzeichnis:
- Beleg prüfen, Anschaffungskosten ermitteln
- Nutzungsdauer festlegen, im Zweifel AfA-Tabellen
- Anschaffungsdatum als Inbetriebnahme dokumentieren
- bei Investitionsfreibetrag entsprechenden Vermerk setzen
- Halbjahres-AfA bei Anschaffung in der zweiten Jahreshälfte
Abschreibung und laufende Pflege
Die lineare AfA ist der Standard in Österreich. Sondermöglichkeiten gibt es für bestimmte Wirtschaftsgüter (Forschung, Gebäude). Wichtige Punkte:
- jährliche Abschreibung im Anlagenspiegel ausweisen
- Investitionsbegünstigungen wie Investitionsfreibetrag dokumentieren
- Buchwerte mit den Konten 0xxx im Kontenrahmen abstimmen
- Abgänge mit Restbuchwert ausbuchen, Erlös oder Verlust erfassen
- Inventur einmal jährlich physisch prüfen
Anlagenspiegel im Jahresabschluss
Bei rechnungslegungspflichtigen Unternehmen ist ein Anlagenspiegel Bestandteil des Anhangs. Er zeigt Anschaffungs- und Herstellungskosten, Zugänge, Abgänge, Umbuchungen, AfA und Buchwerte je Anlagenklasse. Mehr dazu im Beitrag zur Jahresabschluss-Checkliste .
Häufige Fehler
- vergessene Anlagengüter, die nur im Belegordner liegen
- falsche Nutzungsdauer, oft zu kurz angesetzt
- gemischte Erfassung: GWG fälschlich aktiviert
- Verkauf nicht ausgebucht, Buchwert läuft weiter
- private Nutzungsanteile fehlen
Fazit
Ein gut gepflegtes Anlagenverzeichnis spart Zeit beim Jahresabschluss und schützt vor Beanstandungen. In Verbindung mit einer sauberen Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder der Doppelten Buchhaltung nach UGB läuft die Anlagenbuchhaltung weitgehend automatisch. Wer das Anlagenverzeichnis automatisieren möchte, findet die passende Lösung unter Preise ansehen .