Eine GmbH gründen in Österreich ist seit der GesRÄG-Reform 2024 deutlich einfacher und günstiger geworden. Die Mindestkapitalanforderung wurde gesenkt und der digitale Gründungsweg über den Notar ist Standard.

Eckdaten der österreichischen GmbH

PunktWert
Mindeststammkapital10.000 € (davon 5.000 € bar einzuzahlen)
Gründermindestens 1 Person, natürlich oder juristisch
Pflichtorganmindestens ein Geschäftsführer
EintragungFirmenbuch beim zuständigen Landesgericht
RegistrierungSteuernummer und UID über FinanzOnline

Die Reduktion auf 10.000 € löst die frühere „gründungsprivilegierte" GmbH ab. Aktuelle Details stehen im UGB und auf ris.bka.gv.at .

Gründungsschritte im Überblick

  1. Gesellschaftsvertrag aufsetzen (notariatspflichtig).
  2. Stammkapital auf ein Konto einzahlen, Bestätigung der Bank einholen.
  3. Notarielle Beurkundung des Vertrags und der Gesellschafterliste.
  4. Anmeldung beim Firmenbuch über den Notar.
  5. Steuerliche Erfassung beim Finanzamt, Antrag auf UID.
  6. Anmeldung bei der WKO (Pflichtmitgliedschaft).
  7. Falls Dienstnehmer: Anmeldung bei der ÖGK.

Die digitale Gründung „GmbH light" über das Notariat ist möglich, wenn ein Alleingesellschafter mit Standardvertrag gründet.

Laufende Pflichten nach der Gründung

Nach der Eintragung beginnt der Pflichtenkatalog für Buchhaltung, Steuern und Sozialversicherung:

  • doppelte Buchführung nach UGB
  • Körperschaftsteuer 23 % auf den Gewinn
  • monatliche oder vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung
  • Jahresabschluss mit Offenlegung beim Firmenbuch
  • KÖSt-Mindeststeuer 500 € pro Jahr (nach Reform)
  • Beiträge an die SVS für Geschäftsführer-Gesellschafter

Mehr zur laufenden Arbeit steht im Beitrag zur doppelten Buchführung .

Kosten realistisch einschätzen

  • Notarkosten: 500 – 1.500 € je nach Vertragsart
  • Firmenbuch-Eintragung: rund 200 €
  • Veröffentlichung in der Ediktsdatei: ca. 20 €
  • WKO-Grundumlage: jährlich, abhängig vom Bundesland
  • Buchhaltung und Jahresabschluss: laufender Aufwand

Nach der Eintragung sauber starten

Wer von Anfang an ordentlich bucht, spart sich Korrekturaufwand zum Jahresende. Vertiefend dazu der Leitfaden zum Jahresabschluss für kleine Unternehmen und der Überblick zum Kontenrahmen . Für die Software-Auswahl lohnt der Blick auf Preise ansehen .