Geschäftsführer einer österreichischen GmbH stehen regelmäßig vor der Frage: Lohn oder Dividende? Die Antwort hängt von Beteiligung, Gewinn und persönlicher Situation ab.

Ausgangslage

In Österreich gelten unterschiedliche Regelungen, je nachdem wie hoch der Anteil an der GmbH ist:

BeteiligungSozialversicherungSteuerlicher Status
über 25 %SVS-pflichtigfreier Dienstvertrag oder Gewerbeschein
25 % oder wenigerÖGK-pflichtig wie DienstnehmerLohnsteuerpflicht

Die Beteiligung bestimmt also, in welches System der Geschäftsführer fällt.

Lohn: was bleibt netto?

Beim Geschäftsführergehalt sind drei Lasten zu berücksichtigen:

  • Lohnsteuer nach progressivem Tarif (0 %, 20 %, 30 %, 40 %, 48 %, 50 %, 55 %)
  • SV-Beiträge an SVS oder ÖGK
  • Lohnnebenkosten (DB, DZ, Kommunalsteuer) auf Unternehmensseite

Das Gehalt ist auf Ebene der GmbH abzugsfähig und mindert die Körperschaftsteuer.

Dividende: zwei Stufen Steuer

Eine Gewinnausschüttung wird zweimal besteuert:

  1. Körperschaftsteuer auf den Gewinn der GmbH (23 % seit 2024)
  2. Kapitalertragsteuer auf die Ausschüttung (27,5 %)

Effektive Steuerbelastung der Ausschüttung: rund 44 %. Die KESt wird von der GmbH einbehalten und ans Finanzamt abgeführt.

Vergleichsrechnung

Beispiel: 100.000 € Gewinn vor Geschäftsführergehalt.

VarianteSteuerlast inkl. KÖSt + KEStNetto für Gesellschafter (vereinfacht)
Reine Dividende23 % + 27,5 %rund 56.000 €
Gehalt (ohne KÖSt-Wirkung)progressive Lohnsteuer + SVtypisch 50–60 % je nach Tarifstufe
Mischung Gehalt + Dividendebeide Effekteoft optimal

Die optimale Mischung hängt von individuellen Faktoren ab: Pensionsversicherungswunsch, weitere Einkünfte, Investitionspläne der GmbH, Liquiditätsbedarf.

Welche Faktoren entscheiden?

  • Höhe der erwarteten Pensionsleistung (mehr Lohn = mehr SV = höhere Pension)
  • Notwendigkeit von Liquidität in der GmbH (Dividende mindert Eigenkapital)
  • geplante größere Investitionen (Lohn mindert KÖSt sofort)
  • Familienstand, Sonderausgaben, weitere Einkünfte
  • Möglichkeit, einen Teil als Sachbezug oder Bonus zu strukturieren

Praktische Empfehlungen

  • jährliche Vergleichsrechnung mit Steuerberater
  • bei stark schwankenden Gewinnen Lohn als Sockel, Dividende als Ergänzung
  • Einlagenrückzahlung statt Ausschüttung prüfen, wenn Gesellschaftereinlagen vorhanden sind
  • Ausschüttung formal über Generalversammlungsbeschluss
  • alle Buchungen sauber im Hauptbuch erfassen, siehe doppelte Buchführung
  • Auswirkungen auf den Jahresabschluss für kleine Unternehmen beachten

Steuerliche Quellen

Detailregeln stehen im EStG, KStG und UStG auf ris.bka.gv.at . Aktuelle Tarife und Beispiele auf bmf.gv.at .

Fazit

Es gibt keine pauschale Antwort. Die Mischung aus Lohn und Dividende lohnt sich meistens, wenn der Gesellschafter nahe am Grenzsteuersatz liegt. ReAI bringt die Zahlen sauber auf den Tisch. Preise ansehen .